Sterbebegleitung – der Weg vor und nach dem Tod

Sterbebegleitung – der Weg vor und nach dem Tod

Natürlicher Sterbeprozess bei Tieren

Wie bei uns Menschen gibt es auch bei den Tieren einen natürlichen Sterbeprozess. Dieser lässt sich in mehrere Phasen einteilen. Der Sterbeprozess kann unterschiedlich verlaufen – mal langsam oder gar schnell. Auch die einzelnen Sterbephasen können an sich unterschiedlich lange andauern. Der Sterbeprozess beginnt damit, dass Körperfunktionen anfangen nachzulassen. Und er endet mit dem eigentlichen Sterben, bei dem die Atmung und der Herzschlag mit ihrer Tätigkeit aufhören. Hier tritt die Seele aus der körperlichen Hülle (kann bis zu einem Tag dauern).

Dabei wird das Tier immer müder und aufstehen fällt ihm immer schwerer bis es gar nicht mehr möglich ist. Bei einem alten Tier kann der Tod oft auf natürliche Weise durch Verdursten oder Nierenversagen verlaufen. Wenn man diesen natürlichen Prozess als Tierhalter wirklich zulässt.

Sterbebegleitung bei Tieren – was ist ihr Wunsch?

Vor dem Sterben

Wir werden schon bei unserem sterbenden Menschen auf den Sterbeprozess nicht vorbereitet, sondern wird dieser ins Krankenhaus gebracht. Da ist es auch oft bei den Tieren nicht anders. Hier wird das Tier zeitig eingeschläfert (euthanasiert), damit es ja nicht leiden braucht. 

Doch wer kann bei einem natürlichen Sterbeprozess immer klar von außen beurteilen, ob und inwiefern das Tier wirklich leidet?

Das Tier kann es! 

Ja, in der Regel kann das Tier eine Auskunft darüber geben, wie es ihm geht, ob es Schmerzen hat, und ob es sterben möchte. In der Sterbephase selbst kann das Tier mitteilen, was es z.B. von seinem Menschen braucht oder sich wünscht. Und möchte es eingeschläfert werden oder auf natürliche Weise sterben.

Viele, gerade ältere sterbende Tiere möchten auf ganz natürliche Weise sterben dürfen, oft ohne jegliches Eingreifen durch Spritzen oder Infusionen beim Tierarzt. Doch vielen Tierhaltern fehlt die Kraft, der Mut und die intuitive Zuversicht, diesen Wunsch erfüllen zu können und ihrem Tier in dieser Zeit angemessen beizustehen. Stattdessen wird oftmals beim Tierarzt alles Erdenkliche versucht, um dem Tier noch irgendwie „helfen“ zu können. Dabei wird das Unausweichliche unnötig in die Länge gezogen. Ist dies nicht mehr möglich, wird das Leben des Tieres beim Tierarzt durch die Einschläferung (Euthanasie) beendet, um sich damit nicht länger auseinander setzen zu müssen.

Bitte verstehe mich nicht falsch – es gibt leider auch Fälle, bei denen ein natürlicher Sterbeprozess nicht möglich ist. Tiere, die schon über einen längeren Zeitraum krank wurden (z.B. voll mit Tumoren, vereinzelte Organschäden) oder schwer verunglückt, können (oftmals) dem natürlichen Prozess nicht nachgehen. Doch auch hier ist es prinzipiell möglich, mittels der Tierkommunikation in das Tier hineinzufühlen und kraftspendende Botschaften zu senden. Sofern es die Zeit noch zulässt.

Unterstützende Begleitung während des Sterbeprozesses

Während dem gesamten Sterbeprozess – wie dieser auch aussehen mag – kannst du dein Tier mit Hilfe der Tiergespräche (Tierkommunikation) unterstützend aktiv begleiten. Werden die individuellen Wünsche und Bedürfnisse des Tieres erfahren, so kann auf diese eingegangen werden. Die Gewissheit, sein geliebtes Tier auch in dieser emotional schweren Zeit miteinbezogen zu haben, hilft auch dir. Es gibt dir die Kraft und den Halt beim Abschied von deinem geliebten Tier auf der materiellen/physischen Ebene. Auch Sterberituale können hier unterstützend zur Erleichterung des Übergangs durchgeführt werden.

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Nach dem Sterben

Nach dem Einschläfern holt viele Tierhalter häufig das schlechte Gefühl ein. Hier hilft ein nachträgliches Gespräch mit der Tierseele. Ein Kontakt mit dem Tier – in diesem Fall mit der Seele – ist nach seinem Tod weiterhin möglich, auch noch einige Jahre später. Die Tierseele bleibt weiterhin erhalten.

In meinen Tiergesprächen mit verstorbenen Tieren bekomme ich von den Tierseelen oft die Botschaft, dass sich ihr Mensch keine Vorwürfe machen oder schlechtes Gewissen haben braucht. Viele verstorbene Tiere, die mit ihrem Menschen eine innige Verbindung zu Lebzeiten lebten, macht es eher sehr traurig, ihren Menschen nach ihrem Tod so leiden zu sehen. Für viele Tierhalter bringt ein Tiergespräch eine emotionale Erleichterung und innere Befreiung. Dies hilft den Tierhalten, den Trauerprozess besser zu bewältigen und in die Freude und Dankbarkeit für die gemeinsame, wunderschöne Zeit mit dem geliebten Tier kommen zu können.

Fallbeispiel – Sterbebegleitung bei Kater Dozer

Dozer ist ca. 16 Jahre alt geworden und lebte seit 11 Jahren bei seinem Menschen. Dozer hatte immer wieder Phasen, in denen es ihm nicht gut ging und er einfach nicht fit wirkte. Mehrmals ist sein Mensch mit ihm zum Tierarzt, wo er u.a. Aufbaupräparate und Mittel zum Appetit anregen bekommen hat (auch gespritzt). Diese schienen zunächst zu helfen. Dozer zeigte sich Tage danach körperlich fitter, doch hatte sich danach auch immer wieder übergeben müssen. 

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Mit der Zeit sind die Abstände kürzer und die Arztbesuche häufiger geworden. Es kam der Moment, wo sein Mensch sich fragte, ob das alles wirklich Dozer helfen würde und das ganze Prozedere intuitiv hinterfragte.

Gespräche mit Dozer

So hat mich Dozers Mensch gebeten mit Dozer zu sprechen, da dieser diesmal seit vier Tagen immer mal wieder etwas getrunken hatte, doch sein Futter komplett verweigerte. Dies beunruhigte seinen Menschen. Auch wenn er selbst intuitiv spürte, dass ein erneuter Tierarztbesuch nicht viel Neues bringen würde, wollte er nicht untätig sein. Bevor er jedoch wieder zum Tierarzt fährt, wollte er nun von Dozer selbst wissen, ob er Schmerzen hätte und sie zum Tierarzt sollten. Und er bat mich Dozer noch zu fragen, ob er gehen wollte. Diese Frage zu stellen, bzw. die Antwort darauf zu erhalten, fällt vielen Tierhaltern sehr schwer.

Bei dem Gespräch mit Dozer gab dieser mir spürbar zu verstehen, dass er sich sehr müde und kraftlos fühle, jedoch keinerlei Schmerzen hätte und auch nicht mehr zu einem Tierarzt fahren wollte. Er erkannte darin keinen Sinn mehr. Dozer lag es sehr am Herzen, dass seine Familie sich keine Sorgen um ihn machen sollte. Dies würde ihn nur traurig machen. Dozer mochte noch sehr gerne viel Zeit mit seinen Menschen verbringen, doch ihm war klar, dass seine Zeit gekommen war. Dozer äußerte mehrfach den Wunsch mit seinen Menschen einfach noch ruhige und harmonische Momente verbringen zu dürfen.

Innerhalb von zwei Wochen habe ich mehrere emotional intensive Gespräche mit Beiden – Dozer & seinem Menschen – geführt und Beide in dieser Zeit des Sterbeprozesses begleitet. Während dieser Zeit war es für Dozers Menschen selbstverständlich nicht leicht den natürlichen Abbauprozess von Dozer mitzuerleben. Es kamen immer wieder Fragen und Zweifel auf. Doch die Gespräche mit Dozer halfen seinem Menschen, all die Phasen gemeinsam achtsam und innig zu überstehen und Dozers Wünsche erfüllen zu können. Trotz der Trauer fühlte sein Mensch, dass dieser gemeinsame Weg für Dozer der Richtige war.

Am letzten Abend...

Am Abend vor seinem Tod durfte ich mit Dozer erneut sprechen. Er äußerte an seinen Menschen den Wunsch, dass dieser ein friedliches Ritual für ihn ausübe, um sich leichter auf den Weg machen zu können. Am nächsten Tag wurde sein Wunsch auf liebevolle Art erfüllt und Dozer konnte friedlich und in völliger Harmonie in den Armen seines geliebten Menschen einschlafen. Dozers Mensch war von Herzen froh, dass er seine Wünsche erfüllen konnte und die mentale Kraft aufbringen konnte, ihn wirklich bis zum Ende angemessen zu begleiten. Diese mutige, kraftvolle und liebevolle Entscheidung & Handlung zugleich lässt Dozers Menschen innerlich ein großes Stück wachsen und Dozers Abschied in emotional guter Erinnerung behalten – frei von jeglichen Schuldgefühlen.

Danke für dein Vertrauen

An dieser Stelle danke ich nochmals Dozer’s Menschen für sein Vertrauen in mich/meine Arbeit und seinen Mut auf seine innere Stimme gehört zu haben – auch wenn der Verstand dazwischenfunken wollte, bzw. die „gesellschaftlichen festgefahrenen“ Ansichten.

Hinweis

Ein Tiergespräch ersetzt keine tierärztliche Versorgung. Doch es ist möglich, sein Tier in solch einem Sterbeprozess miteinzubeziehen. Darüber freut es sich sehr und wenn die eine oder andere Bitte oder Wunsch erfüllt werden konnte. Es liegt ganz bei dir. 

Ich stehe euch von Herzen gerne unterstützend zur Seite.

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