Tiergespräch mit dem Kater Sämi

Tiergespräch mit dem Kater Sämi

Der Kater Sämi ist 2,5 Jahre alt und lebt mit seinem Menschen in der Schweiz. Er ist sehr jung zu Brigitta gekommen und in keinem besonders angenehmen Umfeld aufgewachsen.

Sämi war anfangs sehr aggressiv und ängstlich. Mit der Zeit ist vieles besser geworden, allerdings lässt er sich immer noch ungern an bestimmten Stellen anfassen oder gar bürsten. Brigitta musste ihn daher schon mehrmals beim Tierarzt betäuben lassen (auch Vollnarkose), um ihn überhaupt scheren zu können, da er so schnell verfilzt. 
Auch beim Fressen war er sehr mäkelig und akzeptierte sehr wenig.

Brigitta bat mich mit Sämi zu sprechen, um verstehen zu können, wie sie ihm helfen kann. Für beide war die Situation so alles andere als entspannt.

Da ich mit ihm mehrmals gesprochen habe, kommt hier ein Auszug aus dem ersten Gespräch.

Der erste Kontakt

Ich spüre direkt eine Unruhe und Angespanntheit. Sämi ist zwar schnell da, doch mag sich mir nicht so recht zeigen oder nähern. Er traut fremden Menschen nicht über den Weg. Eine Mischung aus ängstlich sein und sich im Angriffsmodus befinden kommt hervor.

Er lässt sich von Brigitta streicheln, doch zeigt ganz schnell seine Grenzen; auch mit dem Einsatz seiner Krallen.

1. Wie sind deine ersten 6 Wochen bei den vorherigen Menschen gewesen?

Es fühlt sich ganz und gar nicht entspannt an. Er zeigt mir sehe viele Hände und auch mehrere Kinder. Es kommt lautes Geschrei, Lärm, Gläser oder ähnliches werden gegen eine Wand gedonnert. Es ist keine entspannte oder harmonische Umgebung. Es herrscht viel Trubel und Streitereien im Haus.
Sämi fühlt sich machtlos. Er muss schon als kleines Kitten vieles über sich ergehen lassen, was er nicht möchte. Kann sich da auch nicht richtig wehren.

Die Menschen dort haben die Tiere nicht als Wesen erkannt und behandelt, sondern als Objekte. 

2. Wieso lässt du das Bürsten nicht zu? Wie geht es dir dabei?

Sämi fällt es noch schwer, völlig vertrauen zu können. Er sagt mir, dass er keine Angst vor den Gegenständen an sich hat. Doch es gibt Momente, die ihn irgendwie triggern und in alte Muster fallen lassen. Er möchte sich mehr öffnen, doch es fällt ihm noch schwer. Er wirkt im Inneren von den Erlebnissen immer noch traumatisiert.

Ich erkläre ihm behutsam, wie wichtig es ist gebürstet zu werden. Sonst wird Brigitta ihn immer wieder scheren müssen. Und die regelmäßige Betäubung kann für ihn auch nicht gut sein. Dazu schickte ich ihm entsprechende Bilder, die zu erwarten sind, wenn es so weiter geht wie bisher.

Ich werde Brigitta vorschlagen, ob sie nicht eine Art Ritual daraus machen können, wenn Sämi entspannt ist. So weiß er, was auf ihn zukommt und wird nicht überrascht. Brigitta bedrängt ihn nicht und gibt ihm eh schon seinen Raum wie bisher auch.

Ich spreche mit ihm noch darüber wie er Brigitta vertrauen könne und sende ihm die hilfreichen Gefühle dazu.

Sämi bedankt sich, dass Brigitta so viel Geduld mit ihm hat. Ich spüre eine richtig große Dankbarkeit und Herzenswärme.

Beim Abschlussgespräch erzählt Brigitta mir dann u.a., dass sie Sämi aus einer Familie mit drei kleinen Kindern geholt hat. Das Umfeld dort war alles andere als harmonisch und es flogen regelmäßig lautstark die Fetzen. Der Umgang mit den kleinen tierischen Lebewesen war nicht besonders wertschätzend.

Brigitta erzählt noch, dass Sämi Momente hat, wo er von einer Sekunde auf die andere einen Wahnsinnsblick bekommt und aggressiv wird. Da darf sie sich nicht groß bewegen und schon gar nicht auf ihn zugehen.

Auszug Feedback von Brigitta:

„Hallo Agnessa, ich danke Dir für Deine Gespräche mit Sämi. Er lässt sich schon etwas besser bürsten, kann sogar 3 bis 4 bürstenstriche am Bauch bis zu den Hinterbeinen machen.  Zwischen seinen Vorderbeinen hat er einen grossen Filzknoten, bei dem schneid ich so alle 2 bis 3 Tage ein Stückchen weg, ohne dass Sämi mich verletzt. Alles auf einmal wegschneiden ist noch nicht möglich, aber wir kriegen es so auch irgendwann weg und Sämi braucht keine Vollnarkose mehr. Das habe ich Deiner Kommunikation zu verdanken; naja ich mach glaub auch ein wenig Fortschritte.

Soeben ist Sämi nach Hause gekommen und verlangt lautstark nach Futter. Er frisst jetzt auch „normales“ Nassfutter  neben dem gewohnten.

Nochmals vielen Dank und ganz schöne friedvolle und erholsame Feiertage für dich und Deine Lieben.“

 

Das sind für mich persönlich die ganz besonderen Geschenke, die mich stets im Herzen berühren.  Ich freue mich immer wieder den Mensch- & Tier-Teams helfen zu können.

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